21.10.2022 09:55

Wenn Körper und Psyche zusammenwirken

Neue Abteilung für Psychosomatik mit 12 Betten


Das Team der Abteilung für Psychosomatik

Stressbedingte psychische und körperliche Erkrankungen sind weit verbreitet und nehmen seit Jahren kontinuierlich zu. Sie äußern sich in Symptomen wie Angstzuständen, Depression, Schlafstörungen, chronischen Schmerzen oder Schwindel. Viele Betroffene leiden unter körperlichen Beschwerden, die organmedizinisch nicht zu erklären sind und sie verzweifeln lassen. „Um diesen Menschen zu helfen, haben wir an unserer Klinik eine neue Station eingerichtet“, sagt Prof. Dr. Udo Bonnet, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie. Leitender Arzt der Abteilung für Psychosomatik ist Dr. Uwe Knierim, der seit 2015 im EvK tätig ist. Leitende Pflegefachkraft der Station ist Birthe Linnert, die als Fachkrankenschwester für Psychiatrie bereits seit 2005 am EvK ist.

Psychosomatische Erkrankungen gehörten auch vorher zum Behandlungsspektrum der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Doch mit der neuen Station, die zunächst 12 Betten umfasst, wurde jetzt ein eigener Bereich geschaffen. Hier kann nun im Rahmen einer stationären Versorgung ein ganzheitliches Behandlungsprogramm stattfinden. Die psychosomatische Behandlung erfolgt nach individueller Diagnosestellung und umfasst Einzel- und Gruppentherapien. Je nach Bedarf können ergänzend Paar- bzw. Familiengespräche erfolgen. „Unser Konzept berücksichtigt die körperlichen, seelischen und sozialen Aspekte einer Erkrankung“, bringt es Dr. Uwe Knierim auf den Punkt.

Ausgerichtet auf die Persönlichkeit und die jeweilige Lebensrealität der Patient*innen werden in die Behandlung kreativ- und körpertherapeutische Angebote wie Tanz- oder Gestaltungstherapie ebenso miteinbezogen wie Physiotherapie. Diese reicht von der klassischen Massage über Bewegungstherapie bis hin zu Krafttraining. Dazu kommen pflegetherapeutische Angebote, wie Entspannungsübungen, Achtsamkeitstraining, Akupunktur oder Aromatherapie. Auch Gesprächsrunden und Übungen zur Affektregulation werden von Seiten der Pflege angeboten. Wichtig ist hierbei, eine Vertrauensbasis zu schaffen und die Patient*innen mit ihren Problemen ernst zu nehmen. Die Betroffenen werden vom multiprofessionellen Team dabei unterstützt, Strategien zu entwickeln, um in Zukunft besser auf Probleme reagieren und mit ihnen umgehen zu können.

Mit der Erweiterung um 12 Betten umfasst die Klinik nun einen akutpsychiatrischen, allgemeinpsychiatrischen, gerontopsychiatrischen, suchtmedizinischen und psychosomatischen stationären Bereich. Ergänzt wird das stationäre Angebot durch die Tagesklinik an der Ringstraße. Dort wird auch die nachstationäre Behandlung von psychosomatischen Patient*innen durchgeführt bis diese stabil genug für eine ambulante Behandlung geworden sind.




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