18.05.2021 10:10

Petition für Psychiatrie in Witten

Digitale Unterschriftensammlung gestartet


Psychische Erkrankungen nehmen zu.

Psychische Erkrankungen zählen zu den Volkskrankheiten des 21. Jahrhunderts: In Deutschland leidet jedes Jahr etwa jeder vierte Erwachsene an einer psychischen Erkrankung. Und die Zahlen dürften infolge der Corona-Pandemie steigen: Erste Studien legen schon jetzt nahe, dass das Risiko für Depressionen, Angsterkrankungen, Belastungsstörungen und Suchtverhalten zunimmt. Um eine ortsnahe psychiatrische Versorgung der Wittener Bürger*innen sicherzustellen, plant die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, auf dem Gelände des EvK Witten eine Psychiatrie zu errichten. Obwohl das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW einen zusätzlichen psychiatrischen Bedarf für Witten von 79 stationären Betten und 21 Tagesklinikplätzen für die Erwachsenenbevölkerung festgestellt hat, lehnen das Land NRW, der EN-Kreis und die Bezirksregierung Arnsberg die Pläne ab – zum Nachteil der Wittener Bürger*innen.


Denn zur Versorgung des stationären psychiatrischen Behandlungsbedarfs stehen im Ennepe-Ruhr-Kreis derzeit nur die weit entfernten Krankenhäuser in Hattingen-Niederwenigern und Herdecke zur Verfügung. Für Patient*innen und ihre Angehörigen aus Witten bedeutet das weite Wege. Patient*innen mit gerontopsychiatrischem Behandlungsbedarf finden allerdings auch dort aktuell kein adäquates Behandlungsangebot. Den einzigen Behandlungsschwerpunkt Geriatrie innerhalb des EN-Kreises gibt es im EvK Witten, wo bereits 10 Prozent der geriatrischen Patient*innen einen gerontopsychiatrischen Behandlungsbedarf haben. Umso wichtiger ist es, für sie endlich ein Angebot vor Ort zu schaffen.

Gegen das Nein zur Psychiatrie in Witten läuft aktuell ein Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, um diese Fehlentscheidung zu korrigieren. Zudem haben die Wittener Siegmut Brömmelsiek und Lea Banger eine Petition an Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales gestartet. Noch bis Ende Juni sammeln sie auf „openPetition“, einer Internetplattform für Online-Petitionen, Unterschriften, mit denen sie sich für die Errichtung der Psychiatrie starkmachen. Hier geht's zur Online-Petition.

Wer seine Unterschrift in Papierform abgeben möchte: In Wittener Arztpraxen und Apotheken liegen ebenfalls Unterschriftenzettel aus.



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